Killerphrasen und andere Freuden – ein Workshop

Also ich brauch‘ den Winter eh nicht. Ist doch schön, wenn’s wärmer wird.

Solche und ähnliche Phrasen haben wohl alle, die öfter über den Klimawandel reden, schon gehört. Weitere Schmankerln und Evergreens im Bereich der Killerphrasen sind „Ich trenne ja eh Müll und verwende LED-Lampen“, „Die sollen nicht so tun, die können ja nicht mal das Wetter für morgen vorhersagen“ und „Mag ja alles sein, aber wir in Österreich können da ja nichts machen, und ich als Einzelperson schon gar nicht.“

Aber wie reagiert man am besten? Helga Kromp-Kolb berichtete uns im Rahmen des Workshops aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz als Vortragende. Wichtig sei da in erster Linie, dass das Vertrauen des Publikums in das, was sonst gesagt wurde, nicht durch eine kritische Meldung verloren gehe. Das gelinge durch Ehrlichkeit auch im Bezug auf das, was man nicht weiß, und durch Konsistenz im Bezug auf die vermittelten Werte. Also bitte nicht nachhaltige Mobilität predigen und mit dem Auto zum Vortrag anreisen. So weit so klar. Vor Fernsehdiskussionen mit Klimaleugnern warnte Kromp-Kolb, hier ziehe man aus pädagogischer Sicht den Kürzeren und biete ihnen auch noch eine Bühne. Pädagogisch wertvoller sei da eine Absage an die Veranstalter mit der Begründung „Die wissenschaftlichen Fakten zum Thema sind längst geklärt, darüber diskutiere ich nicht mehr. Aber bei einer Diskussion zu den möglichen Lösungen bin ich dabei.“

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Helga Kromp-Kolb teilt ihre Erfahrungen

Einige Aufmerksamkeit erhielten die Klimaleugner dann aber doch noch im Workshop. Bärbel Winkler von Sceptical Science erklärte uns, dass der am häufigsten verbreitete Irrglaube zum Thema Klimawandel zumindest noch 2010 die Annahme war, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens zum Thema gebe. Ebenfalls häufig vertreten: „Es wird eigentlich kühler“ und „Es ist alles eine Verschwörungstheorie“.

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Sybille Chiari, Co-Organisatorin des Workshops, vor den Merkmalen einprägsamer Information

Solche einprägsamen Falschinformationen müsse man am besten mit noch einprägsameren Fakten ersetzen und zeitgleich eine „Impfung“ gegen die Methoden gezielter Falschinformation durchführen, wie schon von Lewandowsky vorgeschlagen. Wie man Gegenargumente gegen Falschinformationen gestaltet, kann man übrigens auch in einem Online-Kurs lernen. Kromp-Kolb zum Umgang mit Klimaleugnern: „Oft hilft die Frage ‚Was müsste passieren, damit Sie glauben, dass es den Klimawandel gibt?‘ – Wenn es darauf keine Antwort gibt, braucht man selbst auch keine weitere geben.“

 

 

 

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